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Chopin Klavierkonzerte

Audio-CD,mp3
RCA Red Seal/Sony
Release:17.01.2014
ECHOSony MusicRCA Red Seal

Tracks

  • 01I. Allegro Maestoso - Stuttgarter Kammerorchester
  • 02Ii. Romanze
  • 03Iii. Rondo
  • 04I. Maestoso - Stuttgarter Kammerorchester
  • 05Ii. Larghetto
  • 06Iii. Allegro Vivace

Reviews

NDR, 25.01.2014, Chantal Nastasi

Bestechende Wandelbarkeit

Schon ihre erste Chopin-CD hatte es gezeigt, und auch auf dieser Aufnahme ist es die Wandelbarkeit ihres Anschlags, die Scheps' Chopin-Spiel besonders macht: ein warmer, inniger Ton, der plötzlich zu leuchten anfangen kann. ... Scheps kostet das Sangliche in Chopins Phrasen aus, nimmt sich Zeit, um die Intensität, die in ihnen steckt, zu erzeugen. Nie überspannt sie dabei den Bogen und wird allzu pathetisch. Und auch wenn es vor allem die weichen und leisen Töne sind, die aufhorchen lassen, besticht sie auch mit keckem Ton, der an ihren Mentor Alfred Brendel erinnert."..."sie schwebt nie deklamatorisch grell über dem Orchester, und auch bei aller Virtuosität, die Chopins Musik verlangt, verliert sie nie den emotionalen Gehalt der Musik aus den Augen. Eine sehr intensive und mitreißende Aufnahme!

Die Zeit, 25.01.2014, Julia Spinola

Einfühlsam begleitet vom Stuttgarter Kammerorchester unter Matthias Foremny (...), lotet Scheps die harmonischen Lichtwechsel mit subtilem Klangsinn aus, entlockt dem Flügel auch im Piano noch eine staunenswerte Palette dynamischer Nuancen und lässt einzelne Töne bisweilen matt schimmern wie Perlen. In den besten Momenten gelingt es ihr, hinreißend auf ihrem Instrument zu "singen" – Chopins Ideal war schließlich Bellini, die italienische Oper! Bei aller Zartheit klingt Scheps’ Spiel freilich nie überzuckert (und das ist eine Kunst).

BR, 18.01.2014, Julia Schölzel

Selbstverständlich kehrt auch sie auf bezaubernd anrührende und noble Art die poetische Delikatesse hervor, was besonders die langsamen Sätze zu Kostbarkeiten werden lässt. In den Ecksetzen verzichtet Scheps auf allzu aggressive Spritzigkeit. Das irritiert zunächst, macht aber hellhörig für Chopins hintersinnige Kommentare in den Nebenstimmen. Ob Krakowiak oder Rondo-Finale, Scheps schaltet schon mal einen Gang runter, um ihrer kantablen und intimen Interpretation Sechzehntel für Sechzehntel treu zu bleiben. Eine eigenwillige, doch höchst respektable und schlüssige Entscheidung.

Musikwoche, 27.02.2014, Birgit Schlinger

Zusammen mit dem Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Matthias Formeny erschafft Olga Scheps eine in sich stimmige und komplexe Atmosphäre, wie es nur mit einem kleinen Orchester möglich ist. Die Begleitung durch das kleine Ensemble verdichtet die Wirkung des Pianos und umschmeichelt, ohne dabei eben zu jenem schmückenden Beiwerk zu verkommen, wie es oft in der Kritik an der Orchestrierung zu hören ist.

Doch das größte Lob gebührt Olga Scheps. Sie wird ihrem Ruf als grandiose Chopin-Interpretin mit dieser Aufnahme, die im Stuttgarter SWR-Funkstudio entstand, mehr als gerecht. Klar und perlend bleibt ihr Ton in diesem hochromantischen Werken, von denen vor allem das zweite, das allerdings früher entstand als das e-Moll-Konzert, für seine technisch vertrackten Passagen berüchtigt ist.

Alle Stolperstellen meistert sie mit pianistischer Finesse und kann sich komplett auf die Innenschau dieses schwelgerisch-verträumten Werks konzentrieren. Mit ihrem leichten, sängerischen Ton überzeugt sie in den introvertierten Passagen ebenso wie in den tänzerischen. Und spätestens, wenn sie im Finale des dritten Satzes mit nobler Virtuosität statt plumper Effekthascherei der ungestümen Leidenschaft des jungen Chopins, der bereits mit 19 Jahren dieses Konzert veröffentlicht hat, in den schier endlosen Läufen nachspürt, wird ihre große Leistung als Chopin-Interpretin offensichtlich.

hr2-kultur

...das intensivere Klangbild, bei dem sich die gefühlvollen Kantilenen auf dem Streicher-Teppich des Orchesters ausbreiten und in glänzenden Verzierungen verlieren, ganz so, als habe sie die Pianistin gerade selbst improvisiert (...) die beiden Konzerte gewinnen an Kontur und machen den jungen Frédéric Chopin auf ganz neue Weise erlebbar ...